Streit um Weihersberg-Masterplan
In einem Pressestatement kritisiert ein breites Bündnis der Steiner Stadtrat-Fraktionen die Inhalte und des „Plan B“ der CSU für das Stadtentwicklungsgebiet Weihersberg.
Der Bericht beschreibt den wachsenden Konflikt um das Großprojekt Weihersberg in Stein, bei dem die CSU kurz vor der Kommunalwahl aus einem zuvor breiten Konsens ausschert. Das rund 23 Hektar große Quartier sollte auf Basis eines gemeinsam erarbeiteten Masterplans mit Wohnen, Gewerbe, neuem Kirchweihplatz, Grünzug sowie einem Schul- und Sportcampus entwickelt werden. Bürgerinnen und Bürger waren über Workshops, Infoabende und Onlinebefragungen beteiligt, ebenso alle Fraktionen – einschließlich der CSU, die jahrelang in der Lenkungsgruppe mitarbeitete.
Die CSU lehnte den Masterplan im Juli geschlossen ab und fordert nun einen „Plan B“. Sie will auf die Erdverkabelung der Hochspannungsleitung und den neuen Schul- und Sportcampus verzichten, stattdessen die bestehenden Grundschulen am Neuwerker Weg und in der Mühlstraße erweitern sowie das Gelände des STV Deutenbach ausbauen. In der Nachbarschaft des Vereins sollen zusätzlich Gewerbeflächen entstehen, während südlich des Hofäckerwegs Wohnhäuser geplant werden. Ziel der CSU ist es, städtische Investitionen zu senken und ein angebliches finanzielles Risiko zu vermeiden.
Dem widersprechen SBG, SPD, Freie Wähler, Linke und FDP entschieden und traten dafür in einem gemeinsamen Pressegespräch auf, an dem vier Bürgermeisterkandidaten teilnahmen. Bürgermeister Kurt Krömer und FDP-Stadtrat Wolff Fülle betonen, der bestehende Rahmenplan sei stimmig, biete durch Riegelbebauung wirksamen Lärmschutz und mache die teilweise Erdverkabelung der Stromtrasse zur notwendigen Grundlage eines funktionierenden Quartiers. Fülle hält die CSU-Ideen wegen unzureichenden Lärmschutzes für kaum genehmigungsfähig.
Auch pädagogisch und finanziell sehen die Kritiker deutliche Nachteile. Die geplante „Schule der Zukunft“ sei nur im neuen Campus realisierbar, während die Sanierung und Erweiterung der Altstandorte laut SPD-Stadtrat Walter Nüßler rund zwölf Millionen Euro Mehrkosten verursachen würde – bei weniger pädagogischen Möglichkeiten. Nüßler wirft der CSU vor, mit „alternativen Fakten“ Wahlkampf zu machen und warnt vor schweren Folgen, sollte sie ihren Kurs tatsächlich umsetzen.